Lebensraumtypen



Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser

Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser gehören zu den nach Anhang I der FFH-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen (NATURA 2000-Code: 1110). Nach Art. 3 Abs. 1 S. 2 FFH-Richtlinie ist es das Ziel, den Fortbestand oder ggf. die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes dieser natürlichen Lebensraumtypen zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, muss jeder Staat in seinem Hoheitsgebiet Gebiete als besondere Schutzgebiete ausweisen (vgl. Art. 3 Abs. 2 S. 2 FFH-Richtlinie). Dies schließt für Deutschland auch die Bereiche der AWZ (12-200 sm) in der Nordsee und der Ostsee mit ein. Das BfN hat bereits für die Nord- und Ostsee Schutzgebiete vorgeschlagen.


Definition

Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser sind Sandbänke des Sublitorals (euphotische Zone), die bis dicht unter die Meeresoberfläche reichen und bei MTNW[1] noch nicht freifallen, einschließlich des darüber liegenden Wasserkörpers[2]. Sie sind vegetationsfrei oder mit meist spärlicher Makrophytenvegetation versehen.


Kartierungshinweise

Sandbänke sind Flachwasserbereiche, die von Bereichen größerer Wassertiefe umgeben sind und zum Sublitoral (durchlichtete bzw. euphotische Zone) zählen, bei Ebbe werden sie nur flach überspült, die Abgrenzung kann anhand der Höhenangaben der Topographischen Karten bzw. anhand der Auswertung von Luftbildern erfolgen[3]. Sandbankbereiche im freien Meer, die regelmäßig bei Ebbe trockenfallen, sind als Gebiete des Lebensraumtyps Sandwatt[4] aufzufassen.


Hauptgefährdungsfaktoren

Die Hauptgefährdungsfaktoren sind Schad- und Nährstoffeintrag, Sandabbau, Grundschleppnetzfischerei, Ölförderung und Störungen durch Schifffahrt und Tourismus[5].


zurück zum Inhalt

Quellen:
[1] MTNW= Mittleres Tidenniedrigwasser
[2] Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: Das europäische Schutzgebietssystem NATURA 2000, BfN-Handbuch zur Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie; Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz Heft 53, BfN Bonn – Bad Godesberg 1998, S. 99.
[3] Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: a.a.O., S. 99.
[4] NATURA 2000-Code: 1140.
[5] Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: a.a.O., S. 100.