Lebensraumtypen



Riffe

Riffe gehören zu den nach Anhang I der FFH-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen (NATURA 2000-Code: 1170). Nach Art. 3 Abs. 1 S. 2 FFH-Richtlinie ist es das Ziel, den Fortbestand oder ggf. die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes dieser natürlichen Lebensraumtypen zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, muss jeder Staat in seinem Hoheitsgebiet Gebiete als besondere Schutzgebiete ausweisen (vgl. Art. 3 Abs. 2 S. 2 FFH-Richtlinie). Dies schließt für Deutschland auch die Bereiche der deutschen AWZ (12-200 sm) in der Nordsee und der Ostsee mit ein.


Definition

Riffe sind vom Meeresboden aufragende Hartsubstrate des Sublitorals (euphotische Zone, i. d. R. bis max. ca. 15 m Tiefe) und des Litorals, häufig von Großalgen und Muscheln bewachsen, v. a. in der Ostsee auch mit höheren Pflanzen[1]. Eingeschlossen sind sowohl das Felswatt, Riffe entlang der Felsküsten (litoral reefs) als auch im freien Meer aufragende Riffe (offshore reefs)[2].


Abbildung 1: Riff [3]

Kartierungshinweise

Kriterien für die Zuordnung zu diesem Lebensraumtyp sind das Vorhandensein eines Hartsubstrates wie Felsen, Felswatt oder Geschiebe, aber auch Steine und Blöcke auf submarinen Moränenrücken, sowie eine entsprechende geringe Wassertiefe, die durch die Eindringtiefe des Lichts vorgegeben ist (i. d. R. max. bis 15 m)[4]. Ebenfalls eingeschlossen sind Muschelbänke und biogene Hartsubstrate.


Nutzung/Pflege

Eine Pflege ist nicht erforderlich, es ist aber eine begrenzte Nutzung durch Befischung möglich[5].


Hauptgefährdungsfaktoren

Riffe sind hauptsächlich gefährdet durch Schad- und Nährstoffeintrag, z.B. Ölverschmutzung, Verschlammung, Schwermetalleintrag, Muschelfischerei (Grundschleppnetzfischerei)[6].


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Quellen:
[1] Vgl. Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: Das europäische Schutzgebietssystem NATURA 2000, BfN-Handbuch zur Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie; Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz Heft 53, BfN Bonn – Bad Godesberg 1998, S. 114.
[2] Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: a.a.O., S. 114.
[3] © Axel Ssymank
[4] Vgl. Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: a.a.O., S. 114.
[5] Vgl. Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: a.a.O., S. 116.
[6] Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: a.a.O., S. 116.