Lebensraumtypen



Flache große Meeresarme und –buchten (Flachwasserzonen)

Flache große Meeresarme und -buchten gehören zu den nach Anhang I der FFH-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen (NATURA 2000-Code: 1160). Nach Art. 3 Abs. 1 S. 2 FFH-Richtlinie ist es das Ziel, den Fortbestand oder ggf. die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes dieser natürlichen Lebensraumtypen zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, muss jeder Staat in seinem Hoheitsgebiet Gebiete als besondere Schutzgebiete ausweisen (vgl. Art. 3 Abs. 2 S. 2 FFH-Richtlinie). Dies schließt für Deutschland auch die Bereiche der deutschen AWZ (12-200 sm) in der Nordsee und der Ostsee mit ein.


Definition

Hierbei handelt es sich um flache große Meeresarme und -buchten mit ihren Flachwasserzonen, insbesondere zwischen den Inselketten der Nordsee und dem Festland (soweit es nicht Wattflächen sind), einschließlich der Bodden und Haffs der Ostsee[1]. Je nach Gebiet bestehen sie aus unterschiedlichen Substraten (Hart- oder Weichsubstrate)[2]. In der Regel sind sie frei von Vegetation, das Vorkommen von Seegraswiesen ist aber nicht ausgeschlossen.


Kartierungshinweise

Zur Kartierung dieses Lebensraumtyps sind Flachwasserzonen des Meeres in Küstennähe heranzuziehen, die ständig mit Wasser bedeckt sind und maximal 10 – 15 m tief sind[3]. Eine Abgrenzung zu den Sandbänken[4] ist nur unter Schwierigkeiten möglich, kann jedoch anhand der Höhenangaben der Topographischen Karten erfolgen. Im Gegensatz zu Lagunen[5] sind sie ständig mit dem offenen Meer verbunden und können durch den fehlenden deutlichen Süßwasserstrom von den Ästuaren[6] unterschieden werden[7].


Nutzung/Pflege

Als natürliche Ökosysteme sind flache große Meeresarme und -buchten nicht von einer Nutzung abhängig.


Hauptgefährdungsfaktoren

Flache große Meeresarme und -buchten sind hauptsächlich gefährdet durch Grundschleppnetzfischerei, Schad- und Nährstoffeintrag, Tourismus und Schiffsverkehr[8].


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Quellen:
[1] Vgl. Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: Das europäische Schutzgebietssystem NATURA 2000, BfN-Handbuch zur Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie; Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz Heft 53, BfN Bonn – Bad Godesberg 1998, S. 110.
[2] Vgl. Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: a.a.O., S. 110.
[3] Vgl. Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: a.a.O., S. 111.
[4] NATURA 2000-Code: 1110.
[5] NATURA 2000-Code: 1150.
[6] NATURA 2000-Code: 1130.
[7] Vgl. Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: a.a.O., S. 111.
[8] Axel Ssymank, Ulf Hauke, Christoph Rückriem, Eckhard Schröder: a.a.O., S. 113.